Geschichte des Salzes

Millionen Jahre Reinheit

Ein wahrer Schatz schlummert unter den majestätischen Gipfeln der heimischen Berge: In lichtloser Tiefe reift das wertvolle Salz der Urmeere, aus denen alles Leben entsprungen ist.

Vor undenklichen Zeiten waren weite Teile Europas von salzigen Fluten bedeckt, bis dieses Urmeer langsam verdunstete. Sein Salz aber lagerte sich zusammen mit lebenswichtigen Spurenelementen und Mineralien am Meeresboden ab, wo wasserdichte Tonmineralien es vor Umwelteinflüssen und Verschmutzungen schützten. Durch die gewaltige Energie der aufeinanderprallenden Kontinente wurde das umgebende Gestein schließlich zu mächtigen Gebirgen hochgefaltet, in denen das Salz die Jahrmillionen überdauerte.

Das weisse Gold der Berge

Vor etwa 3000 Jahren hat schließlich auch der Mensch diesen wertvollen Schatz für sich entdeckt: In der Hallstattzeit begründete der Handel mit dem versteinerten Salz den Wohlstand im Salzkammergut, wovon die reich geschmückte Hügelgräber der damaligen Kultur noch heute Zeugnis ablegen. Die würzigen Kristalle waren damals so begehrt, dass ihnen der Beiname „Weißes Gold“ verliehen wurde. Römische Soldaten erhielten einen Teil ihres Soldes in Form von Salz, daher stammt der Begriff Salär. Salz war auch das erste Lebensmittel, das mit einem eigenen Zoll belegt wurde.

Welchen Wert das Salz einmal hatte, bezeugen Geschichten aus früheren Zeiten: Lange galt es als Symbol für Reinheit, Klarheit und sogar Unsterblichkeit. Wer Salz über die Schulter wirft, hält damit den Teufel und seine Dämonen fern. Und auch Jesus bezeichnete seine Jünger als das Salz der Erde.

Ein Geschenk der Freundschaft und Liebe

Auch heute hat Salz eine wichtige symbolische Bedeutung: So teilen sich zum Beispiel frisch Vermählte ein mit Salz bestreutes Brot, um ihre Verbundenheit in guten und in schlechten Tagen zum Ausdruck zu bringen. Auch beim Einzug in ein neues Haus schenkt man traditionell Brot und Salz, damit es weder an Nahrung noch an der Würze des Lebens mangelt.